Was ist KLANGRADAR?

 

KLANGRADAR – ein Programm der experimentellen Klangforschung und Klanggestaltung

Klänge erforschen, selbst entwickeln und experimentelle zeitgenössische Musik komponieren – dazu regt das Programm KLANGRADAR in allgemeinbildenden Schulen an und bringt „Komponieren“ auf den wöchentlichen Stundenplan. Schülerinnen und Schüler begeben sich gemeinsam mit professionellen Komponistinnen und Komponisten und ihren Lehrkräften auf die Suche nach neuen Klängen und erforschen dabei ihre musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten.

Im Schuljahr 1999/2000 wurde das Programm Klangradar als eines der ersten Modelle kompositionspädagogischen Arbeitens mit Kindern und Jugendlichen unter dem Titel „Klangradar 3000 – Experimentelle Klanggestaltung und Komponieren im Musikunterricht“ von dem Komponisten Burkhard Friedrich ins Leben gerufen und in Kooperation mit dem Landesmusikrat Hamburg und Hamburger Schulen von der Primar- bis zur Sekundarstufe II durchgeführt. In den vergangenen 20 Jahren haben rund 150 Schulen mit etwa 3.000 Schüler/innen unter der Begleitung von weit mehr als 25 Komponist/innen an dem Programm teilgenommen. Es folgten Projekte in Bremerhaven in Kooperation mit dem Stadttheater und in Hannover in Kooperation mit der Initiative VISION KIRCHENMUSIK bis KLANGRADAR schließlich in Berlin 2014 unter der Trägerschaft des Netzwerk Junge Ohren e.V und unter der künstlerischen Leitung von Burkhard Friedrich eine neue Heimat fand. 2019 fanden Projekte des Programms KLANGRADAR in den Städten Berlin, Leipzig, München, Oberursel bei Frankfurt am Main und Schwerin statt. Die Konzepte und Erfahrungen aus der Projektarbeit KLANGRADAR wurden von Burkhard Friedrich in einem Fachbuch unter dem Titel „Klangwelten des 21. Jahrhunderts in der Musikalischen Bildung – Kompositionspädagogik in Theorie und Praxis“ (Hamburg, 2016) veröffentlicht. Darin finden sich erprobte Anreize für die pädagogische Praxis.

Im Rahmen von KLANGRADAR entdecken Schülerinnen und Schüler nicht nur ungewohnte Klänge, sondern auch eigene kreative und soziale Kompetenzen. Sie werden dazu ermutigt, im Schulalltag mit Neugierde und Mut „Neuland“ zu betreten und sich auf nie Gesehenes und Ungehörtes, manchmal auch Unerhörtes, einzulassen. „In diesem Programm sind keine Fertigkeiten gefragt, sondern Forschergeist und Forscherlust auf experimentelles, musikalisches Gestalten“, so der Komponist und Künstlerische Leiter des Projekts Burkhard Friedrich. KLANGRADAR beruht auf dem Prinzip des voraussetzungslosen Lernens, denn Jede/r kann völlig unabhängig von seinem/ihrem musikalischen Vorwissen mitmachen. Durch das Improvisieren und Experimentieren ergründen die Schüler/innen selbständig ihren Weg hin zu einer eigenen Komposition – und das ohne vorgefertigtes musikalisches Material. Die Schüler/innen musizieren mit selbstgebauten Instrumenten, Alltagsgegenständen, mit klassischem Instrumentarium sowie elektronischen Klangerzeugern oder beziehen Gestaltungsmethoden wie Film oder grafische Elemente mit ein. Gemeinsam verständigen sich die Schülerinnen und Schüler über ihre musikalischen Ideen, Bilder, Geschichten und wählen dazu passende Klangerzeuger, Instrumente oder Klangobjekte aus.

Die Effekte des Programms reichen weit über die Musik hinaus: Komponieren braucht offene Ohren, Experimentierfreude, aber ebenso Entscheidungen. All dies sind Prozesse, die auch im sozialen Miteinander unverzichtbar sind. So verändert KLANGRADAR nicht nur die Haltung zur Musik, sondern eröffnet auch Spielräume für das Miteinander und trägt zur Gestaltung einer friedlichen und vielfältigen Schule bei.

Zum Schluss entsteht eine kollektive Komposition der ganzen Lerngruppe, die von den Schüler/innen im Rahmen eines großen Abschlusskonzerts und in musikalischen Elternabenden oder Werkstattkonzerten in der Schule uraufgeführt wird. Flankiert wird KLANGRADAR durch Fortbildungs-Module für Komponist/innen und Lehrkräfte der beteiligten Schulen sowie exklusiven Reflexionsformaten, wie einer Denkfabrik, der Festivalkonferenz und Kolloquien.

KLANGRADAR ist ein Projekt in Trägerschaft des Netzwerk Junge Ohren e.V. und unter der künstlerischen Leitung des Komponisten Burkhard Friedrich.

KLANGRADAR wurde 2019 in Kooperation mit der PwC-Stiftung im Rahmen des Stiftungsprofils Klangforschung durchgeführt. KLANGRADAR in München an Mittelschulen wurde 2019 vom Rotary Club München-Schwabing ermöglicht. Im Schuljahr 2019/20 wird KLANGRADAR im Rahmen des Förderschwerpunkts „Klang.Forscher!@Hör.Welten“ der PwC-Stiftung in fünf weiteren Städten durchgeführt werden.

Jedem Durchgang von KLANGRADAR liegt jeweils ein zentrales Thema zugrunde, das den Schüler/innen als Inspirationsquelle dient. Dabei orientieren sich die Themen an den Lebenswelten der Schüler/innen. Dies kann eine inhaltliche Leitidee, eine Geschichte oder eine gesellschaftspolitische Fragestellung sein:

Schuljahr 2018/19

  • KLANGRADAR „Das Fremde=Das Eigene? (München)
  • KLANGRADAR „Glück: Eine Klangspurensuche“ (Berlin, Schwerin, Oberursel, Leipzig)

Schuljahr 2017/2018

  • KLANGRADAR Kompositionslabor Schule „Unser Klang der Zukunft!“ (Berlin)

Schuljahr 2016/2017

  • KLANGRADAR Kompositionslabor Schule „Das Fremde=Das Eigene?“ (Berlin)
  • Klangradar „Vision Kirchenräume“ in Kooperation mit VISION KIRCHENMUSIK und der Landeskirche Niedersachsen (Hannover)

Schuljahr 2015/2016

  • KLANGRADAR Kompositionslabor Schule „Handy+Internet=Miteinander?“ (Berlin)
  • Klangradar „Urban sounds: Wie klingt meine Stadt?“ in Kooperation mit dem Stadttheater Bremerhaven (Bremerhaven)

Schuljahr 2014/2015

  • KLANGRADAR „Die Grünlinge“ – 2. Halbjahr (Berlin)
  • KLANGRADAR „Mit den Ohren sehen lernen“ (Berlin)

Seit dem Schuljahr 1999/2000

  • Klangradar 3000 wird in jährlichen Durchgängen mit den Formaten „Klangwellen“, „Komponisten mobil“, „Reise 21“ (Hamburg) durchgeführt.

WIR DANKEN DEN FÖRDERERN UND PARTNERN